Geflüchtet nach Pulheim – Und dann?

Sabuhi Huseynov kam 2015 zusammen mit seiner Frau und der jetzt 12-jährigen Tochter als Geflüchteter aus Aserbaidschan nach Pulheim. Von den Mitarbeitern des Pulheimer Flüchtlingsnetzwerkes ist er freundlich empfangen worden. Inzwischen wohnt er mit seiner Familie in einem ehemaligen Hotel auf 14 qm.

Herr Huseynov ist im Flüchtlingsnetzwerk bereits von Anfang an positiv aufgefallen, da er sehr hilfsbereit und engagiert mitgearbeitet hat. Gerne nutzte er die Angebote im Netzwerk, wie z.B. die ehrenamtlichen Deutschkurse und die offenen Treffs, bei denen immer wieder neue, interessante Kontakte geknüpft wurden. Herr Smets, der die Arbeitsgruppe „Arbeit“ des Pulheimer Flüchtlingsnetzwerkes betreut, hat den ersten Kontakt zu Herrn Schweneker, Geschäftsführer der EBERO Rheinland GmbH und Vorstandsvorsitzender der EBERO AG, vermittelt, woraus sich wenig später die Möglichkeit eines Praktikums als Lagerist bei der EBERO Rheinland GmbH im Pulheimer Gewerbegebiet ergab. Die EBERO Rheinland GmbH ist ein Unternehmen der EBERO Gruppe, die am Standort Pulheim ca. 55 Mitarbeiter und 7 Auszubildende beschäftigt. Sie ist ein mittelständisches, technisches Handelsunternehmen das neben Produkten für die Ver- und Entsorgung ihre Kunden technisch berät und individuelle Lösungsansätze bietet. Soziales Engagement wird in dem Familienunternehmen seit jeher gefördert. Da war es nur selbstverständlich, sich bei der Integration von Flüchtlingen einzubringen.


Die Vorgesetzten und Kollegen waren von Anfang an sehr zufrieden mit Herrn Huseynov, so dass das Unternehmen sich um eine weitere Beschäftigungsmöglichkeit bemühte. Auf die Genehmigung der Ausländerbehörde musste Herr Huseynov zwar ca. 10 Wochen warten, dann aber stand der Arbeitsaufnahme ab dem ab 01.01.2017 nichts mehr im Wege.

 

Glücklich erzählt Herr Huseynov, dass er im Herbst 2016 den PKW-Führerschein gemacht hat und somit auch für Auslieferungsfahrten zu Kunden eingesetzt werden kann.  Der Personalbeauftragten, Frau Antje Winands, liegen besonders die noch fehlenden bzw. zu verbessernden Deutschkenntnisse am Herzen. Sie vermittelte ihn in weitere VHS-Sprachkurse, um diesen Defiziten entgegenzuwirken.

Nahom Tedros stammt aus Eritrea und ist seit 2013 mit seiner Frau und der jetzt fast 4-jährigen Tochter in Pulheim. Zunächst hat Herr Tedros seinen Hauptschulabschluss am Berufskolleg Südstadt in Köln nachgeholt, bevor er ebenfalls über den offenen Treff in der POGO den Kontakt zur Arbeitsgruppe „Arbeit“ fand. Nach einem zweiwöchigen Praktikum bei der EBERO Rheinland GmbH waren sich Herr Tedros und sein jetziger Ausbildungsbetrieb sicher, dass der Beruf des Fachlageristen gut zu ihm passt. Ausbildung ist bei der EBERO Rheinland GmbH an der Tagesordnung. Jedes Jahr werden Azubis für die Berufe Groß- und Außenhandelskaufmann/-frau, Fachkraft für Lagerlogistik sowie Fachlagerist eingestellt. Nun wird seit dem 01.09.2016 mit Herrn Tedros erstmals ein Flüchtling durch die Ausbildung begleitet.


Immer wieder erwähnen Herr Huseynov und Herr Tedros im Gespräch, wie hilfsbereit und freundlich der Umgang mit den Arbeitskollegen ist, und dass die Akzeptanz in der Firma von Anfang an sehr groß war. Beide bedanken sich ausdrücklich für die empfangene Hilfe in Deutschland und die erfolgreiche Vermittlung in Arbeit.

Die gute Zusammenarbeit zwischen EBERO und dem Flüchtlingsnetzwerk geht aber noch weiter. EBERO hat der Arbeitsgruppe „Arbeit“ drei gebrauchte Computer zur Verfügung gestellt, damit die Geflüchteten diese zur Stellensuche und für Bewerbungen nutzen können.

 

Diese beiden Beispiele, die exemplarisch für weitere gelungene Arbeitsverhältnisse sind, zeigen wie wichtig Kontakte zu ortskundigen Mitbürgern sind, damit Integration vor Ort funktionieren kann.

 

Luise Odendahl und Gabi Dralle-Voss

v.l. Herr Huseynov, Frau Winands (Fa. Ebero), Herr Smets (AG Arbeit) und Herr Tedros
v.l. Herr Huseynov, Frau Winands (Fa. Ebero), Herr Smets (AG Arbeit) und Herr Tedros

Kontakt zur AG Arbeit

Die AG Arbeit des Flüchtlingsnetzwerks Pulheim möchte die Gelegenheit nutzen, um noch einmal die Verantwortlichen der örtlichen Geschäfte und Betriebe darüber zu informieren, dass viele Flüchtlinge bereits eine Ausbildung in ihren Heimatländern abgeschlossen haben und auch in Handwerksbetrieben gearbeitet haben. Die AG bittet deshalb um Kontaktaufnahme zum Flüchtlingshilfswerk, um geeignete Kandidaten mit entsprechendem Erfahrungsprofil mit dem Stellenanbieter zusammenzuführen. Ohne die Initiative der Unternehmen und einer gewissen Neugier und Mut zur Integration ist das für die Flüchtlinge äußerst schwierig. Wie es gehen kann, wurde ja am Beispiel der Fa. Ebero beschrieben.

 

Ansprechpartner des Flüchtlingsnetzwerks für interessierte Unternehmer:

Helmut Smets helmut.smets@t-online.de 

Rolf Brunkhorst regenergie@aol.com